Zeitungsartikel über Bürgerbeschwerden

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 „Warum macht ihr das nicht am Tag?“ – Fragen wie diese müssen sich die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Stuhr inzwischen häufiger anhören, wenn sie an Freitagabenden ihre Übungsdienste verrichten. Nach Auskunft von Ortsbrandmeister Rainer Troue fühlen sich die Anwohner zunehmend gestört. Sie würden sich an Lärm und Gestank stoßen.

 „Wenn es nur ein Querulant wäre, um den könnten wir ja einen Bogen machen“, sagt Gemeindepressesprecher Christian Tümena. Doch dem sei nicht so. Vielmehr kommt die Kritik laut Troue „seit längerer Zeit gehäuft vor. Mitunter werden die Kameraden verbal sehr hart angegangen“. Für diese Kritik „unterhalb der Gürtellinie“ hat der Ortsbrandmeister kein Verständnis mehr: „Ich will nicht, dass die Kameraden auf diese Weise angegriffen werden.“

Deshalb geht die Ortsfeuerwehr nun ihrerseits in die Offensive und möchte die Bevölkerung dafür sensibilisieren, dass „wir keine Berufs-, sondern eine Freiwillige Feuerwehr sind“, sagt Troue. „Die Dienste fallen in unserer Freizeit an. Und die Kameraden müssen diese Dienste leisten.“

Jeden zweiten Freitag stehen von 20 bis 22 Uhr Übungen auf dem Programm. Jeder der fünf Gruppenleiter sucht sich zu diesem Zweck ein anderes Objekt aus. „Dabei versuchen wir, Krach zu vermeiden“, sagt Tümena. „Wir üben zum Beispiel in Industriegebieten, können aber nicht nur dorthin.“ An der Turnhalle der Moordeicher Schule etwa würden die Kameraden das Anlegen einer sogenannten Schiebeleiter üben, berichtet Troue. „Dann leuchtet man die Stelle aus, der Stromerzeuger läuft, das Auto auch, und dann riecht es mitunter nach Diesel.“

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Überprüfung der Bohrbrunnen, die eine unabhängige Löschwasserversorgung garantieren. „Zweimal im Jahr müssen wir testen, ob sie genügend Grundwasser führen“, sagt Tümena. „Wir saugen das Grundwasser mit einer Pumpe an, die mit einer gewissen Drehzahl laufen muss, und das über zehn Minuten.“

40 bis 50 dieser Brunnen gibt es laut Troue in dem Einsatzgebiet der Ortsfeuerwehr, also in Stuhr, Varrel und Moordeich. Macht 80 bis 100 solcher Einsätze pro Jahr. „Ich kann verstehen, dass sich Anwohner dadurch zum Beispiel am Samstagmorgen gestört fühlen. Aber wir machen das, um unsere Einsatzbereitschaft sicherzustellen.“

Aus Gegenden mit einem dörflicheren Charakter kenne er solche Beschwerden nicht, sagt Troue. Und auch in Stuhr gebe es positive Beispiele, etwa Speditionen und Landwirte, auf deren Gelände die Gruppen üben dürften. Andererseits gehe die Kritik manchmal so weit, dass die Leute bei Einsätzen über Straßensperren klagten, nur weil sie nicht zu ihren Häusern kommen würden. Manche Bewohner ärgerten sich sogar, wenn die Feuerwehr nachts mit Martinshorn zum Einsatz fahre. „Dabei gelten Sonderrechte für unsere Fahrzeuge nur mit Blaulicht und Martinshorn“, sagt Tümena.

Troue fügt hinzu, dass „der Fahrzeugführer verantwortlich ist für sich und seine Besatzung. Er muss diese Warntechnik einsetzen“.
All dies würde die Feuerwehr den Bürgern gerne in persönlichen Gesprächen erklären. „Tage der offenen Tür bieten dafür einen passenden Rahmen“, meint Tümena.

QUELLE: Kreiszeitung.de / 05.08.2014

 

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